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Die Wissenschaft des Sonnenschutzes

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Kein medizinischer Rat

UV Index gibt allgemeine Hinweise zum Sonnenschutz auf Bevölkerungsebene, basierend auf Quellen der öffentlichen Gesundheit (WHO, American Academy of Dermatology) und auf Vorhersagedaten. Das ist kein medizinischer Rat und ersetzt keinen Arzt oder Dermatologen. Schätzungen zur Zeit bis zum Sonnenbrand, Erinnerungen zum Nachcremen und Hinweise zum Hauttyp sind Näherungswerte aus veröffentlichter dermatologischer Forschung, keine persönliche Risikoeinschätzung. Wer eine Hautkrebs-Vorgeschichte hat, fotosensibilisierende Medikamente nimmt oder eine Hauterkrankung hat, sollte sich an den Rat der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes halten, nicht an den der App.

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Auf einen Blick

Dein UV live, in Echtzeit

Stündliches Diagramm, kommende Tage, risikoarmes Zeitfenster und ein persönliches Vitamin-D-Fenster gibt es in der App, nicht hier — tippe auf die Karte „Heutige UV-Skala“ auf dem Hauptbildschirm.

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Wie der UV-Index funktioniert

Der UV-Index wurde von der WHO, der Weltorganisation für Meteorologie, UNEP und ICNIRP als standardisierte internationale Skala entwickelt, um die Intensität der UV-Strahlung am Boden verständlich zu kommunizieren, ohne Fachwissen zu erfordern — vor seiner Einführung nutzte jedes Land unterschiedliche, nicht vergleichbare Skalen.

Die tatsächliche Intensität hängt von mehreren Faktoren zusammen ab: dem Sonnenstand am Himmel (am höchsten zur Sonnenmittagszeit und im Sommer), dem Breitengrad (stärker in Äquatornähe), der Höhenlage (steigt um etwa 10% pro 1000 Meter, da weniger filternde Atmosphäre vorhanden ist), der Dicke der Ozonschicht und der Bewölkung — Letzteres täuscht leicht: Auch bei bedecktem Himmel kommt der Großteil der UV-Strahlung durch, ein verbreiteter Irrtum ist zu glauben, bewölktes Wetter mache Schutz überflüssig.

Die in dieser App angezeigte Zahl wird in Echtzeit berechnet, indem diese Faktoren mit Wettermodellen kombiniert werden — deshalb ändert sie sich stündlich, mit einem Höhepunkt nahe der Sonnenmittagszeit und Werten nahe Null bei Sonnenauf- und -untergang, wie im obigen Diagramm zu sehen ist.

Quelle: WHO/WMO/UNEP/ICNIRP

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Die Physik hinter der Zahl

Die UV-Intensität steigt um etwa 10% pro 1000 Meter Höhe — es liegt einfach weniger Atmosphäre über dir, die sie filtert. Ein Skigebiet auf 2000m kann an einem klaren Tag einen deutlich höheren UV-Index haben als das Tal darunter.

Die Sonne ist auch nicht die einzige Quelle — Oberflächen werfen einen echten Anteil der Strahlung zurück. Frischer Schnee reflektiert das meiste davon; Sand und Meeresschaum spielen ebenfalls eine Rolle, wenn auch weniger drastisch. Deshalb sind reflektierter Sonnenbrand (und Schneeblindheit) auch im Schatten ein echtes Risiko.

Anteil der zurückgeworfenen UV-Strahlung, nach Oberfläche

Quelle: WHO/WMO/UNEP/ICNIRP

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Das Vitamin-D-Fenster

UV-Strahlung ist nicht nur ein Risiko, das es zu managen gilt: Dieselbe UVB-Strahlung, die Sonnenbrand verursacht, löst im Körper auch die Synthese von Vitamin D aus — essenziell für die Kalziumaufnahme und gesunde Knochen. Deshalb ist vollständiger, rund um die Uhr geltender Schutz nicht das Ziel dieser App.

Eine Studie aus dem Jahr 2024 hat numerisch modelliert, wie viel Mittagssonne (10:00–16:00 Uhr, die aktive Saison von März bis Oktober im Mittelmeerraum) nötig ist, um 1000 IE Vitamin D zu produzieren — für jeden Fitzpatrick-Hauttyp einzeln. Hellere Haut synthetisiert schneller, dunklere Haut braucht mehr Zeit für dieselbe Menge.

Das sind saisonale Durchschnittswerte, nicht auf den heutigen UV-Index skaliert wie die Sonnenbrand-Zeitschätzung oben — die App zeigt beide nebeneinander im Vorhersage-Panel, damit du eine Vorstellung vom tatsächlichen Spielraum zwischen beiden bekommst.

Durchschnittliche Minuten direkter Mittagssonne für 1000 IE, nach Hauttyp

Quelle: Scientific Reports (Nature), 2024

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Wie LSF wirklich funktioniert

Der LSF (Lichtschutzfaktor) misst, wie viel länger geschützte Haut braucht, um zu verbrennen, im Vergleich zu ungeschützter Haut — unter Laborbedingungen mit einer dick und großzügig aufgetragenen Schicht (2 mg pro cm²). In der Praxis trägt fast niemand so viel auf, weshalb der reale Schutz meist geringer ist als die angegebene Zahl.

Der Zusammenhang zwischen LSF und Schutz ist nicht linear: LSF30 blockiert etwa 97% der UVB-Strahlen, LSF50 etwa 98% — ein kleiner zahlenmäßiger Unterschied, der viele Menschen fälschlich glauben lässt, LSF50 biete etwa doppelt so viel Schutz wie LSF30. Das stimmt nicht. Was wirklich den Unterschied macht, ist häufiges Nachcremen und ausreichende Menge, nicht die Jagd nach einer immer höheren Zahl.

LSF misst nur den Schutz vor UVB-Strahlen, die sichtbaren Sonnenbrand verursachen. Die Kennzeichnung "Breitband" (broad spectrum) bedeutet, dass das Produkt auch vor UVA-Strahlen schützt, die tiefer eindringen und zu Hautalterung und Krebsrisiko beitragen, auch ohne sichtbaren Sonnenbrand zu verursachen — auf "Breitband" zu achten ist genauso wichtig wie die LSF-Zahl selbst.

Quelle: American Academy of Dermatology

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Mythen, die ausgedient haben

Sonnenschutz-Ratschläge verbreiten sich schnell und halten nicht immer der Überprüfung stand. Fünf hartnäckige, geprüft anhand von Primärquellen.

Mythos

Ein höherer LSF hält länger, man muss also seltener nachcremen.

Fakt

Der LSF misst, wie viel UVB er filtert, nicht wie lange er auf der Haut hält. Ob LSF 30, 50 oder 100 — das Nachcrem-Intervall bleibt gleich: alle 2 Stunden, häufiger nach Schwimmen oder Schwitzen.

Quelle: American Academy of Dermatology

Mythos

Bei bewölktem Himmel ist Sonnenschutz nicht nötig.

Fakt

Leichte Bewölkung filtert vor allem sichtbares Licht, UV-Strahlung viel weniger — bis zu 80 % der UV-Strahlung kommen laut dem auf dieser Seite zitierten WHO/WMO/UNEP/ICNIRP-Leitfaden trotzdem durch.

Quelle: WHO/WMO/UNEP/ICNIRP

Mythos

Dunkle Haut braucht keinen Sonnenschutz.

Fakt

Melanin bietet einen gewissen natürlichen Schutz, entspricht aber selbst im dunkelsten Fall nur etwa LSF 13 — deutlich unter dem für alle empfohlenen Minimum von LSF 30. Dunkle Haut bekommt trotzdem einen Sonnenbrand (auch wenn die Rötung weniger sichtbar ist) und entwickelt weiterhin Hautkrebs, oft erst später diagnostiziert.

Quelle: Skin Cancer Foundation

Mythos

Eine Basisbräune vorher verhindert späteren Sonnenbrand.

Fakt

Eine Bräune erreicht bestenfalls einen Schutz von etwa LSF 3–4 — weit unter dem Minimum von LSF 30. Und sie ist selbst schon ein sichtbares Zeichen von DNA-Schäden, keine im Lauf der Zeit aufgebaute Abwehr.

Quelle: American Academy of Dermatology

Mythos

Sonnenschutzmittel verfällt nie — eine Flasche hält ewig.

Fakt

Die US-Behörde FDA schreibt vor, dass Sonnenschutzmittel mindestens 3 Jahre wirksam bleiben muss; danach (oder früher, wenn es an einem heißen Ort wie im Auto lag) sollte es entsorgt werden — Trennung, ein seltsamer Geruch oder veränderte Konsistenz sind Anzeichen, dass es bereits hinüber ist.

Quelle: U.S. Food and Drug Administration
Weiterlesen: Sonnenbrand-Zeit nach Hauttyp →

Minuten bis zum Sonnenbrand, nach Hauttyp und UV-Index

Das ist dieselbe Berechnung, die hinter der Sonnenbrand-Zeitschätzung dieser App steckt — ein Fitzpatrick-Basiswert geteilt durch den aktuellen UV-Index — hier als vollständiges Raster statt einer einzelnen Zahl.

UVTyp 1Typ 2Typ 3Typ 4Typ 5Typ 6
23450100150200250
417255075100125
6111733506783
881325385063
1071020304050

Siehe "Wie der Index funktioniert" oben für die Fitzpatrick-Skala selbst.

Weiterlesen: Luftqualität erklärt →

Was „gute Luftqualität“ wirklich bedeutet

Neben UV zeigt diese App auch den europäischen Luftqualitätsindex (European AQI) für deinen Standort — eine einzige Zahl, die fünf getrennt gemessene Schadstoffe zusammenfasst: PM2,5, PM10, bodennahes Ozon, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid.

Der Index zeigt immer den Wert des in diesem Moment schlechtesten Schadstoffs, nicht einen Durchschnitt — und seine sechs Stufen (Gut, Mäßig, Mittelmäßig, Schlecht, Sehr schlecht, Extrem schlecht) sind an den WHO-Luftqualitätsleitlinien von 2021 kalibriert, sodass jede Stufe unabhängig vom auslösenden Schadstoff einem vergleichbaren Gesundheitsrisiko entspricht.

Langfristige Belastung durch diese Schadstoffe wird mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht — die Europäische Umweltagentur schätzt, dass der Großteil der europäischen Stadtbevölkerung bei mindestens einem dieser fünf Schadstoffe Werte über den WHO-Leitlinien einatmet.

Die sechs Stufen des europäischen Luftqualitätsindex

  1. Gut
  2. Mäßig
  3. Mittelmäßig
  4. Schlecht
  5. Sehr schlecht
  6. Extrem schlecht

Quelle: European Environment Agency · Open-Meteo

Weiterlesen: Die Ozonschicht erholt sich →

Die Ozonschicht erholt sich — hier ist das echte Diagramm

Wie viel UV-Strahlung den Boden erreicht, hängt stark davon ab, wie viel Ozon zwischen dir und dem Weltraum liegt. Industriechemikalien (FCKW) rissen ab den 1980er-Jahren ein saisonales Loch über der Antarktis — Mitte der 2000er war es auf fast 30 Millionen km² angewachsen, etwa so groß wie Afrika.

Das Montreal-Protokoll von 1987 hat diese Chemikalien weltweit ausgephast, und es wirkt: Das Loch schrumpft seit etwa 2000, und aktuelle Wissenschaft prognostiziert die Rückkehr zu den Werten von 1980 bis 2066 über der Antarktis.

Maximale Fläche des antarktischen Ozonlochs, Millionen km²

030M km²1985200620202025

Quelle: NASA Ozone Watch

Weiterlesen: Warum es ein Gruppe-1-Karzinogen ist →

Warum UV-Strahlung offiziell ein Gruppe-1-Karzinogen ist

Gruppe 1 ist die Kategorie mit der höchsten Gewissheit der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) — reserviert für Ursachen mit der stärksten Evidenz beim Menschen, neben Tabak und Asbest.

  1. 1992

    Die IARC-Arbeitsgruppe klassifizierte Sonnen- und UV-Strahlung offiziell als krebserregend für den Menschen (Gruppe 1), basierend auf den gesammelten epidemiologischen Belegen für den Zusammenhang zwischen UV-Exposition und Hautkrebs.

    IARC Monographs, Band 55
  2. 2009

    Eine separate IARC-Bewertung weitete dieselbe Gruppe-1-Klassifizierung gezielt auf UV-Sonnenbänke aus, nachdem sich gezeigt hatte, dass das Melanomrisiko stark steigt, wenn die Nutzung vor dem 30. Lebensjahr beginnt.

    IARC Monographs, Band 100D
Weiterlesen: Glossar →

Glossar

Fachbegriffe dieser Seite, kurz erklärt.

UV-Index
Die internationale WHO-Skala für die UV-Strahlungsintensität am Boden, von 0 (kein Risiko) aufwärts.
UVA
Langwellige UV-Strahlung: dringt tiefer in die Haut ein und trägt zu Hautalterung und Krebsrisiko bei, auch ohne sichtbaren Sonnenbrand.
UVB
Mittelwellige UV-Strahlung: die Hauptursache für Sonnenbrand und zugleich Auslöser der Vitamin-D-Synthese in der Haut.
LSF (SPF)
Lichtschutzfaktor: misst, wie stark ein Produkt UVB-bedingten Sonnenbrand im Vergleich zu ungeschützter Haut verzögert.
Breitband (broad spectrum)
Bedeutet, dass ein Produkt sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlen schützt, nicht nur vor UVB wie der LSF allein.
Fitzpatrick-Skala
Eine dermatologische Einteilung in 6 Hauttypen danach, wie die Haut natürlich auf Sonne reagiert — in dieser App genutzt, um Sonnenbrand-Zeit und Vitamin D zu schätzen.
Erythem
Der medizinische Begriff für Sonnenbrand: Hautrötung durch übermäßige UV-Belastung.
European AQI
Der europäische Luftqualitätsindex, eine einzige Zahl, die die Konzentration von fünf Luftschadstoffen zusammenfasst.
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Quellen

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